Ein Hauch Frühling | A breeze of spring

Mein Mann gehört zu den Menschen, die nicht nur einen grünen Daumen haben. Sondern zwei. Was er auch anfasst, blüht, treibt und trägt Früchte in der Größenordnung, dass man eine Großfamilie damit über den Winter bringen könnte. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass er auch Holzscheite dazu bringen könnte Wurzeln zu schlagen. Wir haben eine Palme, die wir bei einem Umzug vergessen in einem Kellerraum fanden und die nur aus einem vertrockneten Ballen und einem pergamentartigen Blatt bestand. Heute überlegen wir anzubauen, da sie sich inzwischen unter der Zimmerdecke biegt und ich würde mich nicht wundern, wenn wir demnächst Datteln ernten könnten. Mein Mann gräbt bei Spaziergängen nebenbei Walderdbeeren aus und siedelt sie in unserem Garten an, seine Orchideen blühen fröhlich im tiefsten Winter, wenn der Rest Schwedens in tiefster Schwermut versinkt und seine Himbeerbüsche könnten uns ein locker Nebeneinkommen auf dem Wochenmarkt einbringen.

Und aus diesem Grunde hasst er Schnittblumen. Leichen nennt er sie. Zombieblumen. Nie im Leben würde er mit so etwas schenken.

Also habe ich mir heute selbst einen Strauß geschenkt. Ich brauchte ein bisschen Farbe gegen die Februartristesse.

My husband is one of those people who don’t have a green thumb. But two. Whatever he touches blossoms, prospers and bears fruits in a size that an extended family could survive winter with. I am deeply convinced that he could even make a billet root. We have a palmtree that we found forgotten in a basement when we moved and that only consisted of a dry root bale and a parchmentlike leaf. Today we consider enlarging the house because it bends under the ceiling and I wonder if we soon can start harvesting fresh dates. My husband digs up wood strawberries on walks and cultivates them in our backyard, his orchids flower happily in midwinter when the rest of Sweden is paralyzed in deep melancholia and his raspberries could provide us with an extra income on the weekly farmers market.

And that’s why he hates cut flowers. Corpses he calls them. Zombieflowers. Never ever he would give me something like that.

That’s why I gave a bouquet to myself today. I urgently needed some colour against the february boredom.

Und für alle, die auch etwas Aufmunterung gebrauchen können, kommt hier ein fröhliches Lied auf schwedisch. Oder skånska (schonisch), besser gesagt. Das ist ein sehr breiter, südschwedischer Dialekt, der so lustig klingt dass man gar nicht anders kann als zu schmunzeln. Genau richtig heute!

And for everyone else who could need some encouragement here comes a happy swedish song. Or skånska, a broad accent from southern Sweden that sounds so funny that you can’t do anything but smile. Just perfect today!

Bob Hund – Tralala Lilla Molntuss

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4 thoughts on “Ein Hauch Frühling | A breeze of spring

  1. Ich habe hier eine wasauchimmerblume. Würdest du nicht so weit weg wohnen, würde ich sie dir bringen bzw deinem Mann. Im Moment sieht sie tot aus, bis vor kurzem hätte ich noch gesagt, das ist eine Orchideenart.
    Aber ich mag solche Leichen auch gern, sie können ja nichts dafür, daß sie so mißhandelt werden.
    Kram Martina

    • Mensch, das ist doch eine tolle Idee: wir machen hier ein Pflegeheim für halbtote Zimmerpflanzen auf! :-)

  2. …ich habe da auch noch zwei, drei unentschlossene Pflanzen. Sie sind nach dem Umzug in sich gegangen…und überlegen, ob sie mir nun glauben können, daß hier nicht mehr so kalt ist. Wenn da Herr Lussekatt mal mit dem grünen Daumen winken könnte, gerne auch mit beiden. ;-)

    Grüßels von der Träumerin

  3. Hallo Steffi ,

    das lustige schonische Lied hat mir die Sonne hervorgeholt ! Hab zwar außer Tralala nichts verstanden , aber es klingt echt fröhlich ! Danke für den Sonnenstrahl :)

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